Aktuelle Ausstellung

Theodor Schindler (1870–1950) – Ein Malscher Künstler zwischen Tradition und Moderne

 

Vom 10. Oktober bis 7. November 2025 wurden im Rathaus Malsch ausgewählte Werke des Künstlers sowie Arbeiten seiner künstlerisch tätigen Familie gezeigt.

 

Theodor Schindler, geboren und gestorben in Malsch, zählte um das Jahr 1912 zu den bedeutenden – heute jedoch weitgehend in Vergessenheit geratenen – Künstlerpersönlichkeiten Deutschlands. Seine Werke wurden auf wegweisenden Ausstellungen der Moderne gezeigt, etwa bei der Münchener Secession, bei Paul Cassirer in Berlin und der Sonderbundausstellung 1912 in Köln – neben Künstlern wie van Gogh, Cézanne, Gauguin, Picasso und Munch.
 

Schindlers Malerei bewegt sich zwischen Realismus, Impressionismus und Neuer Sachlichkeit. Sein eigenständiger Stil ist geprägt von handwerklicher Meisterschaft, feiner Beobachtung und einer zeitlosen künstlerischen Haltung. Seine späten Werke – entstanden nach seiner Rückkehr nach Malsch – zeugen von einer tiefen Verbundenheit mit seiner Heimat.

 

Ergänzt wurde die Ausstellung durch Arbeiten seiner Tochter Klara Koch (geb. Schindler), seines Schwiegersohns Werner Koch sowie seiner Urenkelin Katharina Kroll. Leihgaben aus Privatbesitz, historische Fotografien und persönliche Gegenstände ließen Theodor Schindler als Mensch und Künstler neu erfahrbar werden.

 

Veranstalter/Kuratorenteam: 

Sonja & Patrik Sneyd

K15 Alte Schmiede Malsch e.V.

CulturClubMalsch e.V.

 

  • Dauer: 10.10. 07.11.2025
  • Ort: Rathaus Malsch, Hauptstraße 71, 76316 Malsch
  • Mo–Fr: 8–12 Uhr
    Do zusätzlich: 15–18 Uhr
    Sa & So: geschlossen
  • Vernissage: 10.10.2025, 19 Uhr
  • Eintritt: frei

Vergangene Ausstellungen

Theodor Schindler nahm von 1907 bis in die 1950er-Jahre regelmäßig an Ausstellungen in ganz Deutschland teil – unter anderem in Berlin, München, Köln, Mannheim und Karlsruhe. Viele seiner Beteiligungen, vor allem bei regionalen Gruppenausstellungen, sind heute nur schwer nachzuweisen, da entsprechende Kataloge oder Archivalien verloren gingen oder nie vollständig erfasst wurden. 

Die folgende Liste dokumentiert daher ausschließlich jene Ausstellungen, die durch Quellen oder gesicherte Literatur belegt sind:

 

  • 1907 – Mannheim: Erste größere Werkschau
    Im Rahmen des Mannheimer Stadtjubiläums 1907 zeigte Theodor Schindler im Kunstverein zum ersten Mal eine größere Anzahl von Werken. Laut Zeitungsbericht aus dem Jahr 1930 gehörten dazu u. a. eine heute nicht identifizierbare Porträtstudie sowie das Gemälde Im Grünen. Die genaue Anzahl und Titel der weiteren gezeigten Arbeiten sind nicht überliefert. Neue Mannheimer Zeitung, 1930

Diese Ausstellung markierte Schindlers künstlerisches Auftreten im öffentlichen Raum und bedeutete seinen Eintritt in die regionale Kunstszene.

 

  • 1909 – Aachen, Museumsverein
    Theodor Schindler war an der Sommerausstellung des Museumsvereins Aachen beteiligt. Gezeigt wurden mehrere Bilder und Studien in einem Umfeld namhafter Künstler wie Hans von Volkmann und Mitgliedern der expressionistischen Gruppe Brücke (u. a. Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff). Die Ausstellung belegt Schindlers frühe überregionale Präsenz in einem ambitionierten, modernen Ausstellungskontext. Zum Bericht

 

  • 1910 – München, Frühjahrsausstellung der Münchener Secession
    Teilnahme mit den Werken Diesseits und Frühmorgens, ausgestellt in Saal 3.
    Zum Eintrag

 

  • 1910/11 – Aachen, Museumsverein
    Theodor Schindler war in der Saison 1910/11 mit insgesamt acht Gemälden in der Permanenten Ausstellung der Kunsthalle Bremen vertreten. Die Titel der ausgestellten Werke – darunter Sommermorgen, Frühmorgens, Der Berg, Die Bäuerin und Der Landmann – verweisen auf typische Themen seines Schaffens: ländliche Szenen, Naturbeobachtungen und charaktervolle Figurenbilder. Ein gedruckter Katalog existiert nicht; erhalten sind lediglich handschriftliche Einträge im Ausstellungsbuch der Kunsthalle. Zum Eintrag

 

  • 1911 – Berlin, Galerie Paul Cassirer
    Insgesamt acht Werke von Theodor Schindler werden bei der VII. Ausstellung im Februar 1911 im Kunstsalon Paul Cassirer (1871–1926), dem wichtigsten Kunsthändler seiner Zeit in Deutschland ausgestellt. Cassirer verhalf dem französischen und deutschen Impressionismus in Deutschland zum Durchbruch und engagierte sich auch für jüngere Maler und Bildhauer. Die Werke von Theodor Schindler: Die Mitte des Tals, Das stille Tal, Der Berg, Stilleben, Einsame Frau, Herbst, Oktober und Der Landmann. (Nachweis: Kunstsalon Cassirer, Band 5 1910-1912, Nimbus Verlag, Seite 223 ff.) 

 

  • 1911 – Ausstellung in der Galerie Bauger, Wiesbaden
    Am 1. Oktober 1911 beteiligte sich Schindler an einer Ausstellung in der Wiesbadener Galerie Bauger. Ein zeitgenössischer Hinweis darauf findet sich im Wiesbadener Tagblatt vom 29. November 1911, Seite 5. 

 

  • 1912 – Mannheim, Kunsthalle
    Ausstellung der neuesten Arbeiten des Künstlers Theodor Schindler im Oktober 1912.
    Zum Eintrag

 

  • 1912 – München, Moderne Galerie Heinrich Thannhauser
    Ausstellung belegt in Verzeichnissen moderner Galerieausstellungen.

 

  • 1912 – Barmen, Ruhmeshalle (Kunstverein Barmen)
    Ausstellung mehrfach erwähnt; bislang kein konkreter Katalognachweis gefunden.

 

  • 1912 – München, Frühjahrsausstellung der Münchener Secession
    Werk: Ruhender Akt, ausgestellt in Saal 3, Kat.-Nr. 353.
    Zum Eintrag

 

  • 1912 – Köln, Internationale Kunstausstellung des Sonderbundes
    Werk: Frau mit Schale, ausgestellt in Saal 19, Nr. 489.
    Zum Katalog (Seite 64 links)

 

 

  • 1913 – Mannheim / Leipzig
    Kollektivausstellung im Kunstsalon der Gebr. Buck, Ausstellung im Kunstverein Leipzig, sowie Beteiligung an der Künstlerbundausstellung Mannheim.

 

  • 1914 – Kunsthalle / Aachen
    Bericht des Museumsvereins Aachen für das Jahr 1914. Im Rahmen einer Februarausstellung des Museumsvereins Aachen wurde Werke von Theodor Schindler gezeigt. Museumsdirektor Dr. H. Schweitzer würdigte Schindler als Professor aus Weimar, dessen Bildmotive dem Arbeitermilieu entnommen seien und der durch intensive Kontrastfarben eine starke Bildwirkung erziele.

 

  • 1914 – Hamburg, Kunstverein
    In dieser Ausstellung zeigte Schindler Werke neben namhaften Künstlern wie Maria Caspar-Filser, Karl Hofer, R. P. Junghanns, Karl Thylmann und Hermann Haller. Die Ausstellung zeigte vom 01.12. bis 24.12.1914 unterschiedliche künstlerische Strömungen vom Impressionismus bis zur Bildhauerei. Quelle: Kunstverein Hamburg – Ausstellungen 1858–2010, S. 22.

 

 

  • 1916 – Karlsruher Künstlerbund im Kunstverein Hamburg
    Schindler nahm gemeinsam mit zahlreichen bedeutenden Künstlern der badischen und deutschen Kunstszene teil, darunter Hans Thoma, Adolf Schinnerer, der Karlsruher Professor Wilhelm Volz sowie der Landschaftsmaler Gustav Kampmann. Die Ausstellung zeigte vom 01.06. bis 15.07.1916 ein breites Spektrum von Landschaft bis Porträt und figürlicher Malerei. Quelle: Kunstverein Hamburg – Ausstellungen 1858–2010, S. 24.

 

  • 1916 – „Kollektionen“ im Kunstverein Wiesbaden
    Die Ausstellung „Kollektionen“, eröffnet am 5. März 1916, versammelte maßgebliche Künstler wie Max Slevogt, Max Pechstein, Wilhelm Trübner, Hermann Struck und Johann Vierthaler. Schindler war mit einer ganzen Reihe von Arbeiten vertreten, die in der Presse ausdrücklich genannt wurden, darunter Der Berg, Emaus, Geiger, Steiniger Grund, Mädchen mit Äpfeln, Rebekka am Brunnen, Madonne, Frau mit Mandoline, Frau mit Schale, Mädchen hinter Vorhang, Alte Frau, Die Dogge, Mädchen mit Schachtel und der Schloßhof in Baden-Baden. Die Erwähnungen gehen auf zeitgenössische Berichte der Wiesbadener Zeitung vom 22. März 1916 und des Wiesbadener Tagblatts vom 5. April 1916 zurück. Quelle: Kunstverein Wiesbaden, Ausstellung „Kollektionen“, 1916.

 

 

 

  • 1918–1925 – Mannheim / Karlsruhe / Das Kunsthaus (Tannenbaum)
    Regelmäßige Ausstellungen im Kunstverein Mannheim, Kunstverein Karlsruhe sowie im Kunstsalon Buck; belegt in Nachlassunterlagen.

 

  • 1919 – Mannheim, Kunsthalle
    Ausstellung unter dem Titel Das badische Land im Bild mit Beiträgen Schindlers.

 

 

  • 1925 – Mannheim, Kunsthalle – Künstlergruppe Mannheim 1925
    Zentrale Gruppenausstellung regionaler Avantgarde; dokumentiert in Ausstellungsliteratur.

 

  • 1928 – Mannheim, Kunsthalle – Wanderausstellung „Die Kindheit unserer Künstler“
    Ein besonderes Dokument im Archiv der Kunsthalle Mannheim ist der von Theodor Schindler 1928 handschriftlich ausgefüllte Fragebogen zur Ausstellung Die Kindheit unserer Künstler. Diese hochrangige Schau präsentierte neben frühen Arbeiten internationaler Größen wie Emil Nolde, George Braque, Max Beckmann, Otto Dix und Marc Chagall auch Werke unseres Theodor Schindler. In der offiziellen Teilnehmerliste ist Schindler handschriftlich in Sütterlin vermerkt. Ob er die in einem Schreiben vom 17. Mai 1928 erwähnten Jugendzeichnungen tatsächlich einreichte, ist nicht belegt. Die Wanderausstellung startete in Mannheim, war vom 3. Dezember 1928 bis 20. Januar 1929 in Basel zu sehen und reiste anschließend nach Winterthur. Tipp: Unter folgendem Link ist die vollständige Mappe mit allen zugehörigen Dokumenten einsehbar: Hier geht’s zur vollständigen Mappe und dem gesamten Ordner im Archiv.

 

  • 1933 – Karlsruhe, Kunsthalle – Regierungskunst 1918–1933
    Diffamierende NS-Ausstellung, die einer der Vorläufer der Entarteten Kunst in München war. Schindler wurde mit einer Druckgrafik Die Brücke unter den ausgestellten Künstlern gelistet. Leider gibt es hier keinen Bildnachweis mehr. Die Ausstellung zählt zu den ersten sogenannten „Schandausstellungen“ der Nationalsozialisten und gilt als früher Prototyp der späteren Aktion „Entartete Kunst“. Nach der Karlsruher Ausstellung zog sich Schindler aus dem öffentlichen Kunstbetrieb zurück. Er stellte keine neuen Werke mehr aus und arbeitete fortan nur noch im privaten Rahmen – häufig auf Bestellung im Umfeld seines Wohnorts Malsch. Quelle: Kunsthalle Karlsruhe, Archiv zur Ausstellung; Stephanie Barron / Peter Guenther: „Entartete Kunst“

 

  • 1939 – Baden-Baden, Ausstellung „Kunst aus Baden“ (14. Juli 1939)
    Gruppenausstellung im Neuen Schloss Baden-Baden, organisiert vom Badischen Kulturbund unter nationalsozialistischer Aufsicht. In der Presseberichterstattung wird Theodor Schindler unter den ausstellenden Künstlern genannt – dem Kontext nach vermutlich mit älteren Landschaftsbildern. Ein Hinweis im Badischen Beobachter nennt ihn neben Künstlern wie Hermann Goebel, Karl Rössing und Erich Heckel. Ob Schindlers Werke aus Privatbesitz stammten, mit seinem Wissen eingebracht wurden oder ob er selbst involviert war, lässt sich auf Basis der vorliegenden Quelle nicht eindeutig klären. Die Nennung zeigt jedoch, dass Arbeiten Schindlers zumindest hier öffentlich gezeigt wurden. Ob dies im Sinne des Künstlers geschah, bleibt offen. Die Einschätzung, dass er sich ab 1933 weitgehend aus dem offiziellen Ausstellungswesen zurückgezogen hatte, wird dadurch nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Quelle: Badischer Beobachter, Ausgabe vom 14. Juli 1939 (Presseausschnitt)

 

  • 1947 – Karlsruhe, Badischer Kunstverein
    Kollektivausstellung mit L. W. Plock und Karl Sulzer; mehrfach belegt.

 

  • 1951 – Mannheim, Kunstverein (vermutlich im Schloss)
    Offizielle Gedächtnisausstellung vom 5. Juli bis 5. August 1951; Retrospektive mit Werken aus allen Schaffensphasen.

 

  • 1996 – Malsch, Rathaus
    Große Gedächtnisausstellung mit über 100 Werken, dokumentiert in lokalen Katalogen und Medien.

 

  • 2007–2012 – Malsch, Schindlerhaus
    Langfristige Ausstellung im ehemaligen Wohnhaus des Künstlers, heute Privathaus.

 

  • 2025 – Malsch, Rathaus
    Ausstellung vom 10.10. bis 07.11.2025 mit über 60 Werken, dokumentiert in einer Ausstellungsbroschüre.

 

Da viele Ausstellungen Theodor Schindlers – insbesondere aus der Zeit vor 1945 – nur unvollständig dokumentiert sind, freuen wir uns über jede ergänzende Information, alte Kataloge, Presseberichte oder Hinweise zu bisher nicht belegten Ausstellungen. Wenn Sie etwas beitragen können, melden Sie sich gerne bei uns!

Weitere, bislang nicht belegte Ausstellungen

Genannt in Sekundärquellen oder Ausstellungschroniken, aber bislang ohne Primärnachweis.

1910 – Bremen, Kunsthalle Bremen

1911 – Königsberg, Salon Riesemann

1911 – Baden-Baden, Kunstausstellung

1912 – Karlsruhe, Kunstverein

1912 – Baden-Baden, Deutsche Kunstausstellung

1912 – Hannover, 80. Kunstausstellung

1912 – Mannheim, Galerie Buck / G.W.P.

1913 – München, Galerie Thannhauser

1914 – Aachen, Städtisches Suermondt-Museum

1914 – Baden-Baden, Ständige Kunstausstellung

1914 – Essen, Kaiser Wilhelm Museum

1914 – Chemnitz, Kunsthalle

1914 – Elberfeld, Museum Elberfeld

1915 – Karlsruhe, Galerie Moos (Sonderausstellung „Prof. Schindler“)

1915 – Köln, Kunstverein

1916 – Düsseldorf

1917 – Karlsruhe, Kunstverein

1920 – Karlsruhe, Kunstverein

1921 – Ludwigshafen, Kunsthaus Kirsch

1927 – Speyer, Pforzheim (Kunstgewerbeschule), Bruchsal, Karlsruhe

1929 – Baden-Baden, Sommerausstellung

1931 – Ludwigshafen, Ebertpark

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